Mein erster Marathon

Berlin, du warst großartig 🙂 Ich bin immer noch total geflashed von diesem Wochenende.

Samstag morgen ging es fĂŒr mich nach Berlin. Da ich leider alleine gefahren bin, waren meine Zweifel noch grĂ¶ĂŸer, alles alleine zu schaffen. Aber wenn ich mir was in den Kopf setze, dann habe ich mich mental dafĂŒr entschieden und ziehe es auch durch.

Auf der Messe BERLIN VITAL angekommen, um meine Startunterlagen abzuholen, stieg die Anspannung dann nochmal aber gleichzeitig war es toll zu sehen, wie viele diese Leidenschaft zum Laufen teilen und das es auch anderen genauso geht.

NatĂŒrlich laufen sich 42,195 km nicht von alleine, aber die Vorbereitungen liefen gut und ich wusste, dass ich mein Möglichstes dafĂŒr getan hatte. Viel Disziplin, Zeit und Ehrgeiz wurden von mir abverlangt. Was sollte schief gehen. Einfach Spaß haben und die Stimmung und AthmosphĂ€re genießen.


Dann ging es los


Da es mein erster Marathon war reihte ich mich in der dritten Starterwelle ein. Das Rahmenprogramm machte Lust auf mehr und es ĂŒberkam mich wirklich oft am Anfang mit GĂ€nsehaut weil ich nervös, euphorisch und voller Lust auf diesen Lauf war. 30 Minuten spĂ€ter als die erste Welle starteten wir um 9.45 Uhr.

Es war toll, wie viele Zuschauer, kleine Bands und Bar-/CafĂ©besitzer mit Kleinigkeiten am Straßenrand fĂŒr uns bereit standen oder Musik spielten. Ich muss aber leider sagen, dass ich nicht viel bewusst von der Strecke und Umgebung wahrgenommen habe, erst im Nachhinein, denke ich mir -ach stimmt, da war ja was- 😀 Ich war so bei mir und meinem Lauf, dass ich vieles leider versĂ€umt habe. Aber so fokussiert und konzentriert war ich selten und meine Beine liefen einfach.

Bis Kilometer 6 war es etwas schwierig seine Pace zu finden, weil die LĂ€ufer alle so eng beieinander waren. Danach gab es etwas mehr Platz aber bei 41283 Startern kein Wunder, dass es nicht sooo viel Platz gab 😀

Foto: Rainer Jensen dpa/lbn

Nach Kilometer 25 lief es immer noch sehr gut und ich war ĂŒberglĂŒcklich. Ich lief einfach, war bei mir, mein Kopf war völlig leer. Doch ab Kilometer 30 kam der Mann mit dem Hammer und ich musste ein ernstes GesprĂ€ch mit meinem Kopf fĂŒhren, weil der sich langsam die Frage stellte, warum das ĂŒberhaupt. Aber die mentalen Zweifel waren relativ schnell geklĂ€rt, weil ich mich an die schönen Longruns im Training erinnerte, die ich manchmal bei Sonnenaufgang lief und die mir in diesen Momenten so viel Energie und Kraft gaben.

Versucht eure Zweifel mit positiven Erfahrungen zu minimieren, das hilft mir immer wieder 🙂

Da es sonnig war und 24 Grad gemeldet waren, nutzte ich jede Gelegenheit und nahm die Wasserstationen in Anspruch. Bei Kilometer 34 musste ich ein Kohlenhydrat Gel einnehmen, weil ich merkte, dass meine Kohlenhydratspeicher leerer und leerer wurden und ich um meine Pace zu halten, neue Energie benötigte.

Bei den Verpflegungsstationen musste man immer gut aufpassen, weil es nass, rutschig und teilweise auch klebrig war und viele LĂ€ufer auch einfach stehen blieben. Voll konzentriert meistere ich auch diese Passagen der Strecke.

Der Zieleinlauf war unbeschreiblich, ich sah das Brandenburger Tor ENDLICH, nicht nur vor meinem inneren Auge, sondern es war wirklich in unmittelbarer NĂ€he!! Ein GefĂŒhlschaos breitete sich in mir aus, das werde ich glaub ich auch nie vergessen. Ich war so glĂŒcklich, dass ich kurz davor war in TrĂ€nen auszubrechen 😀 Da musste ich mich wirklich zusammenreißen und dann waren es nur noch ein paar Meter und ich war im ZIEL –> FINISHER

Wow eine Flut von GlĂŒck, Erleichterung und Stolz ĂŒberkam mich. Ich hatte das geschafft, fĂŒr was ich 16 Wochen /5 Trainingseinheiten die Woche trainiert hatte. Intervalle, Longruns, langsame und lange LĂ€ufe lagen hinter mir und alle Gedanken, Zweifel oder aufkommende MĂŒdigkeit waren vergessen.

-Immer weiter gehen und viel trinken- sagte ich mir im Ziel, weil ich viele sah, die im Ziel einfach umfielen oder sich hinwarfen. Ich bekam meine wunderschöne Finisher-Medaille, die ich mir voller Stolz umhing :D. Meine Beine taten zwar weh aber das war egal, ich war glĂŒcklich, so ĂŒberglĂŒcklich alles alleine geschafft zu haben, mir wieder bewiesen zu haben, dass ich alles schaffen kann, wenn ich logisch, geplant, voller Ehrgeiz und Liebe hinter meinem Projekt und Ziel stehe. Das kann jeder, wenn ihr fĂŒr etwas brennt und Leidenschaft habt und es euch glĂŒcklich macht, dann versucht eure PlĂ€ne, Station fĂŒr Station zu erreichen. Auch wenn es RĂŒckschlĂ€ge gibt, verliert das eigentliche Ziel nicht aus den Augen und versucht euch immer wieder zu fokussieren.

Ich weiß, dass mich diese Erfahrung ein Leben lang prĂ€gen wird. Ich glaube, es wird nicht der letzte Marathon gewesen sein, nur werde ich bei einem weiteren Marathon ein paar Dinge anders machen aber man lernt ja aus allen Erfahrungen 🙂

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